Bei W&V sind die Highlights sehr platt zusammengefasst.
Die Studie JIM (Jugend, Information, Media) 2008 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest versucht, den Umgang der Jugendlichen mit den (neuen) Medien zu erfassen und Chancen wie Risiken empirisch untermauert aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen. Die Studie 2008 offenbart, die zunehmende Bedeutung des Internets. Mittlerweile löst diese Medium das TV bei den 12 bis 19 Jährigen (7 Mio) ab. Insbesondere um in Social Communities wie SchülerVZ mit Freunden in Kontakt zu bleiben bzw. zu kommunizieren. Dabei steht der persönliche Kontakt bzw. das Treffen 20%- Punkte vor “dem Internet”.
Im Kontext dieser Studie wurde verstärkt auf die Medienkonvergenz Augenmerk gelegt.
“Überraschungen” aus meiner Sicht:
- 3,8 Mobiltelefone bei HH mit Kindern
- 17% mit Abbo für Bezahlfernsehen
- 71% mit PC (61% TV), davon ~50% mit Internetanschluss im Zimmer
- 41% mit tragbarer Spiele- Konsole (bei Jungen doppelt so hoch wie bei Mädchen, Handy und MP3 Player mit Abstand auf Platz 1 und 2,)
- 42% mit Kassettenrekorder (38% mit eigenem DVD- Player)
[Charts dazu hier]
Bei der Nutzungshäufigkeit dominieren zunehmend Bereiche zur Unterhaltung, in der Summe insbesondere bei Musik. Der Konsum digitaler Medien (+7 PP bei Internet und Spielekonsolen) nimmt zu.
[Charts dazu hier]
Bei der “Art” mit den Freunden in Kontakt zu treten, steht der persönliche Kontakt an erster Stelle. Nur noch 1/5 nutzen dazu Email (!).
[Charts dazu hier]
Bei der Frage nach der Medienbindung (bedeutenstes persönliches Medium) geben 50% den Computer (= Internet) an (16% TV, 3% für Zeitung und Zeitschhriften). Mädchen scheren etwas zugunsten MP3 Player, Radio und Bücher aus diesem Muster aus.
Musik, das Thema bei Jugendlichen, wird vermehrt über Handy und Internet (+25 bzw. + 22 PP) konsumiert.
Bei der “Glaubwürdigkeit” der Medien stehen die (wenig genutzten) Tageszeitung an Platz 1, Internet liegt mit Radio mittleweile nach TV gleichauf auf Platz 3.
TV liegt bei den 12-19 Jährigen in der Nutzungsdauer mit täglich (unter der Woche) 121 Minuten vor dem Internet (117), da insbesondere das Alterssegment der 12-13 Jährigen mehr TV als Internet nutzen (117 vs 76).
Bis Seite 35 folgen (bekannte) Einblicke in die Präferenzen bei TV und Radio.
Es folgen vertiefende Einblicke in die “Computernutzung”.
Diese überraschen mich weniger. Mädchen sind weniger Computer- und Spieleaffin, dafür aber “kommunikativer” (u.a. Telefonieren während des Surfens).
Bei den Einblicken zu tragbaren Konsolen und der Spieleintensität der Mädchen, vermisse ich etwas das NDS Segment.
Postiv scheinbar die zunehmende Auseinandersetzung und das Wissen um Jugendschutz.
Und zum Abschluss noch “die” Internetaktivitäten (RSS Feeds sind by the way 3/4 unbekannt) .
[Charts dazu hier]
Die speziellen Einsichten in das Thema “Chat” bzw. “Online- Communities” erspare ich mir.
Offensichtlich ist aber das Problem der Ansprache durch Dritte, das Einstellen von diskreditierenden (Foto-)Materialien bzw. Mobbing (die Datenbasis ist aber relativ dünn).
Beim Thema “Handy” sticht die zunhmende Nutzung der Handy-Digi- Cam und Bluetooth zum Erstellen/ Ausstausch von Videos auf. Wie angesprochen wird das Handy mittlerweile auch als Mp3 Player genutzt. Ca. 70% der Handys sind laut Aussage der Jugendlichen “Internetfähig”. Dessen Nutzung ist aber unwichtig.
Insgesamt bietet die Studie tiefgehende strukturierte Einsichten. Kompliment.
