Spät, spät bin ich darauf aufmerksam geworden bzw. gemacht worden (mündlich). Sicherlich eine der “saubereneren” Studien über längeren Zeitraum.
Gestolpert bin ich auf der Suche nach der Studie auf ein besonderen Punkt bei Jan Schmidt:
Die Autoren erklären (S. 363) den Rückgang der Blognutzung u.a. mit dem Erfolg von Communities/Netzwerkplattformen; meines Erachtens eine sehr plausible Überlegung.
Bevor ich darauf eingehe (hilfreich die Zusammenfassung der Studie), die herausstechenden Aussagen:
a.] das Internet wird älter, der relative Anteil älteren Surfer steigt, die Adaptionskurve ist weiter linkschief.
b.] die Anwendungsarten richten sich nach der frühzeitigen Nutzung und Vertrautheit mit dem “Internet”. Je älter desto weniger eine partizipierender Umgang
c.] die letzten ISDN-Anwender verabschieden sich, DSL ist Standard, überraschenderweise sind die über 50 Jährigen diejenigen, mit dem durchschnittlich breitesten Zugang (vermute, die bekommen keine kleinen Pakete mehr)
d.] bei Triple-Play und All-in-One Entertainement (”Multimediales Hometheatre“) besteht Stagnation (Anm.: Deutschland hinkt bei “technologischer” Adaption meist 1 Jahr hinter UK her)
e.] 84% der 14-29 Jährigen benutzen “visuelle Angebotsformen” (Videos/ bewegtes Bild) “gelegentlich”. Bei ~50% dieser Altersgruppe gehört dies zur Wochenroutine
f.] Auf Rang 1 dennoch: 63% aller Internetnutzer nutzen (VHS) Videorekorder zum zeitvervesetzten sehen. Es folgen Videoportale und DVD Rekorder.
g.] nur 7% nutzen Podcast (hört!)
h.] Web 2.0 ist Jugendsache. Die Nutzung von Blogs ging zurück, die von Social Networks stieg an.
i.] 51% kucken, 3% schaffen den Inhalt.
j.] 73% der Offliner (37,3%) sind der Gruppe der Nicht- Berufstätigen und Rentner zuzuordnen.
k.] … welche multimedial auch weniger gut ausgestattet sind
l.] noch sicherer als 2007 sind Sicherheitsbedenken der Grund für Ablehnung neben der Angst des Verlustes persönlicher Kontakte. Der Informationsgehalt des Internets wird nicht gesehen.
Klingt sehr plausibel.
Das typische deutsche (?) Phänomen “was ich nicht kenne, mag ich nicht” beschränkt sich aber leider nicht nur auf die Konsumenten (ich denke noch oft an einen schlauen Menschen von VW, der schon vor langer Zeit das Thema “Kampf um die (immer kleiner werdenden) jungen Zielgruppen” recht umfassend im Internet anging).
(Ergänzung) Heikler wird es für die TV Medienplaner, wenn der jugendliche Konsum des Internets sich tatsächlich in die Prime Time laut Dr. Christoph Bieber (Quelle seiner Grafik nicht verifiziert) verlagert.
Die Zahlen zu Blogs wundern mich nicht. Und beschäftigen mich auch weniger.
“Blog”- Features sind mittlerweile Teil der Social Networks, vielleicht noch einfacher zur Interaktionen segmentiert (frisiert) und eben mit Elementen zur Bildung von Netzwerken ausgestattet.
Blogs waren nie Platformen für Dialog. Es sind einfache CMS Systeme meist mit chronolgischer Reihenfolge der Artikel und -ja- sehr guten Systemen zur schnellen Vernetzung der Blogs untereinander. Genutzt von guten Schreibern.
Foren/ Communities waren schon immer “kommunikationsstärker” als Blogs.
