Wie im Artikel zum Thema “Relevanz von Meinungsführern und Mundpropaganda nach Produktart” angedeutet, war das Thema noch nicht durch.
Also noch einmal zum Nutzen von Produkten, der sich durch deren Verbreitung erhöht:
“Direkte Netzwerkeffekte” liegen vor, wenn der eigene Nutzen mit der Verbreitung steigt: Telefon und Email sind sehr gute Beispiele. Der Nutzen des einzigen Telefons auf der Erde wäre recht begrenzt.
Als “Indirekte Netzwerkeffekte” bezeichnet man die Koexistenz von komplimentären Gütern, die die Verbreitung erhöhen. Einfaches Beispiel: iTunes und iPod oder iTravel oder i… Oder althergebrachter: CDs und CD Player.
Oft nicht erwähnt sind “nachgelagerte indirekte Netzwerkeffekte“. “Nachgelagert” insofern, da nicht unmittelbar das Produkt- bzw. der unmittelbare Produktnutzen berücksichtigt wird als vielmehr oft der Service, der mit der Verbreitung eines Produktes einhergeht.
Klassiker: der VW Golf. Aufgrund der hohen Verkaufszahlen gibt es ein umfassendes Servicenetzwerk wie auch Serviceteile (selbst bei alten Modellen).
Eine Ebene “niedriger” können auch “indirekte Netzwerkeffekte” durch die Kompatibilität verschiedener Produkte erzeugt werden.
Microsoft arbeitet hartnäckig an einer dominanten “Kompatibilität” bzw. dem Standard (und eckt bereits deshalb bei der Kartellbehöre an). Und dies eventuell auch bei unterlegener “Technologie” (Standard- Marketing Beispiel: VHS versus Betamax).
Eine gewisse Dominanz im Markt würgt ggfs. die Adaption neuer Technologien ab, da die wenigsten Konsumenten ein “Netzwerkgut” eines Nischen- Standards nutzen wollen (”Lock-In Effekt“), da der erwartete Netzwerkeffekt unsicher bzw. kritisch wäre. Der “Lock-In” wird aber weniger kritisch betrachtet, wenn bereits im Vorfeld Meinungsaustausch über “zukünftige” Standards stattfindet und das wahrgenommene Risiko gemindert wird.
Und damit ist man sicher wieder zurück auf der Spielweise der Schwarmforschung.
